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Preisgerichtsentscheidung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Für die Neugestaltung des Ottoplatzes und des Messeplatzes am Bahnhof Köln Messe/ Deutz wurde von Mai bis Oktober diesen Jahres ein begrenztes und anonymes Wettbewerbsverfahren durchgeführt, das nun entschieden ist. Das Preisgericht hat am 30.09.2005 die Wettbewerbsarbeiten nach einer langen konstruktiven Diskussion wie folgt beurteilt: 1. Preis Arbeitsgemeinschaft Landschaftsarchitektin (Federführung): Ulrike Böhm, böhm benfer zahiri landschaft und städtebau, Berlin Architekt: Marcus Wilhelm, Kassel Fachplaner, Fachrichtung Landschaftsarchitektur: Anna Jan, Lilith Schaffer, Tim Wildner, Bastian Wahler Beurteilung des Preisgerichts Die Verfasser nehmen wie selbstverständlich die historische Platzfläche mit ihrer Vorfahrt auf und führen diese in linearer Struktur bis zum Landschaftsverband fort; der Sprung über die Straßen wirkt nicht überzeugend. Die Materialwahl mit Muschelkalkstein als Platzbelag erzeugt eine angenehme warme Atmosphäre und nimmt die Materialität der Umgebung auf. Damit wirkt die Platzfläche integrierend, ohne zu historisieren. Die Konzeption der Solitärbäume wirkt als sehr starkes Element; sie geben einen menschlichen Maßstab. Die große Fläche verträgt allerdings mehr Bäume bzw. eine skulpturale Landmarke. Die Messeflächen sind mit geneigten Rasenflächen robust gestaltet. Damit sind sie geeignet, die Logistikflächen günstig zu kaschieren; eine Realisierbarkeit kann unterstellt werden. Die Arbeit leistet für beide Aufgabenstellungen des Ottoplatzes und des Messeplatzes gute Beiträge. 2. Preis Arbeitsgemeinschaft Landschaftsarchitektin (Federführung): Gabriele G. Kiefer, Büro Kiefer Landschaftsarchitektur Berlin Architektin: Anna Viader Soler, Berlin Formfinderin: Astrid Bornheim, Berlin Beurteilung des Preisgerichts Das städtebauliche Grundkonzept zielt sowohl am Ottoplatz als auch Messeplatz auf eine sehr signifikante und identitätsprägende Idee. Der Ottoplatz konfiguriert sich als topographisch gestalteter Teppich, der für die dominierenden baulichen Elemente - wie Bahnhof und Cologne One - eine starke Plattform bietet. Die diffuse Situation des Umfelds löst sich so aus ihrer räumlichen Beliebigkeit und markiert einen neuen Ort in der Stadt – den Ottoplatz. Die Materialwahl zielt auf eine Reduktion der Mittel - Basaltplatten, Lichtpunkte, punktuelle Wasserstrahlen. Die Herstellung der gewölbten Basaltelemente erfolgt mit Hilfe computergesteuerter Laserschneidetechnik. Einfache straßenbegleitende Mastleuchten gewährleisten die ausreichende Ausleuchtung des Platzes. Die verkehrlichen Funktionen sind im Detail nicht dargestellt. Unter denkmalpflegerischen Aspekten gelingt die Überlagerung der historischen Elemente aus Treppenanlage, Rampe und Geländer mit einer neuen Interpretation des städtischen Raumes. Das Konzept für den Messeplatz zeichnet sich durch die Überlagerung mehrerer Nutzerinteressen sehr wirksam und zeichenhaft aus. Die Verfasser ergreifen die Chance zur Multifunktionalität unter folgenden Aspekten: - öffentliche Nutzung mit hoher Signalwirkung - kommerzielle Nutzung - starkes und sich ständig variierendes Raumbild - klare, einprägsame Wegeführung zur Messe - hohe Flexibilität für weitere Entwicklungen und der phasenweisen Bebauung 3. Preis Arbeitsgemeinschaft Landschaftsarchitekt: Timo Herrmann, bbz landschaftsarchitekten, Berlin Architekt: Phillipp Koch, atelier pk, Berlin Verkehrsplanung: SPI Schüßler Plan, Köln Beurteilung des Preisgerichts Der konzeptionelle Ansatz des Entwurfs zum Ottoplatz, die denkmalgeschützte Treppen- und Rampenanlage als hauptskulpturales Element durch eine wohltuende Zurückhaltung in der Oberflächengestaltung zu betonen, ist sehr positiv zu bewerten. Die Anordnung von sechs Bäumen lockert die strenge Achsialität des Platzes auf. Der Entwurf kommt ohne übertriebene städtebauliche Gesten aus und erreicht seine repräsentative Qualität durch angemessene hochwertige Materialien. Dies ist eine adäquate Haltung gegenüber dem Cologne One. Die nutzungsgemäße Funktionalität ist in allen Aspekten des Entwurfs gewährleistet. Der Entwurf kann ohne Abstriche realisiert werden. Der Messeplatzentwurf ist geprägt durch eine angemessene Zonierung und Modulierung des großräumigen Bereiches. Der Entwurf besticht durch Einfachheit, wobei die gleichberechtigte Auslegung der Wege zur Messe-Süd sehr angenehm auffällt. Die zurückhaltende Topographie gleicht dem zentralen Raum und gleichzeitig ermöglicht sie ihre Bespielbarkeit durch die Messe. Das Modulare Outdoor System ist eine originelle Antwort auf die gestellte Anforderung nach Flexibilität. Auch hier ist der Entwurfsbeitrag funktional und leicht realisierbar. Insgesamt besticht der Entwurf durch seinen sorgfältigen Detaillierungsgrad und seine zurückhaltenden Qualitätsmerkmale. Anerkennung: Arbeitsgemeinschaft Landschaftsarchitekt: Prof. Jürgen Weidinger, Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin Architekt: Martin Sauerzapfe, Sauerzapfe Architekten, Berlin Beurteilung des Preisgerichts Gibt es ein Maß? Es gibt kein verbindliches Maß - beide Orte zeichnen höchst unterschiedliche Bezugsgrößen aus, und es ist eine Qualität dieser Arbeit, sich mit einer gewissen Lust auf die jeweiligen Register einzustimmen. Und das bestimmt nicht zimperlich. Der Ottoplatz, heute ein diffuser Stadtraum, muss verortet werden. Eingefügt wird eine neue Dimension, ein Fokus. Ausgehend von der Schwierigkeit der Historie platziert sich eine neue Brunnenanlage. Das ist schon überzeugend, denn die stattliche Anlage stabilisiert die Bedeutung des Bahnhofsvorraumes, sie generiert ein selbstbewusstes Element in das Spannungsfeld der neuen Hochhäuser. Sie nimmt den Verkehrswegen ihre Dominanz dadurch, dass sich eine neue Bewegungssequenz dazwischen setzt. Und es wäre eine noble Empfangsgeste für Passanten, stünde nicht eine allzu irdische, etwas plumpe Konstruktion wie der überdimensionale Fensterrahmen im Zentrum des neuen Brunnens. Als technisches Bauwerk übertrieben, als bauliches Mittel gar nicht wohlproportioniert, als Informationsträger vielleicht brauchbar - aber wozu dieses finale Element, diese Mauer, diese Kulisse? Auf dem Messeplatz erzielen die Maßstabssprünge eine liebenswürdige futuristische Landschaft. Ins Temporäre gedacht lässt sich vieles vorstellen, sanfte Hügel zonieren den großen Raum und lenken wie ein überdimensioniertes Spiel (Flipper) die Bereiche hin zum Messeeingang. Irgendwie lustig und unbekümmert, ein bisschen absurd. Die Parkplatzarmada lässt einen beinahe den Stau spüren. Das ist selbst für ein Interim zu viel. Die robuste Fläche lässt aber auch an eine andere Zwischennutzung (wie Markt) denken. Ein interessanter Beitrag, der aufräumt mit dem Gewöhnlichen, der die Grenzen der Alltagstauglichkeit auf beiden Plätzen dann schon mächtig strapaziert und überdehnt. Anerkennung Arbeitsgemeinschaft Landschaftsarchitekt: Martin Rein-Caro, Topotek 1 GmbH, Berlin Architekt: Gernot Schulz, gernot schulz : architektur, Köln Beurteilung des Preisgerichts Beide Plätze werden als eigenständige Situation interpretiert und unterschiedlich besetzt. Dabei erhält jeder Platz seine eigene besondere Antwort. Dies ist logisch und konsequent. Beide Seiten werden skulptural behandelt und dementsprechend gestaltet. Zentrales Gestaltungselement des Ottoplatzes ist ein rutschfestes keramisches Mosaik. Eine elliptische Senke aus Mosaik bildet das zentrale Element. Der Wassernebel erscheint überinszeniert und so nicht umsetzbar. Dies schränkt den Charme der Arbeit ein. Die historische Treppenanlage bleibt erhalten und ist geschickt mit der Ellipse verbunden. Die Belichtung erscheint in der dargestellten Form zu gering. Das Leuchten des Wasserbeckens wird nicht erläutert. Die Freihaltung der Platzfläche vom Individualverkehr ist positiv zu sehen. Für Taxenstände und Kiss+Ride-Plätze an den angrenzenden Straßen müssen längere Wege in Kauf genommen werden. Der Entwurf ist in seiner Haltung realisierbar. Der Ottoplatz ist funktional und unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten problemlos machbar. Die Qualität des Wasserbelags bedarf einer weiteren Betrachtung und Bearbeitung. Wirtschaftlich liegt der Ottoplatz auch im machbaren Bereich. Der Messeplatz wird als zusammenhängender Park entwickelt, durch den zwei Hauptwege mäandrieren. Diese erzeugen unterschiedliche Raumsituationen, die zum Teil unübersichtlich wirken. Taxistände im Messebereich sind nicht nachgewiesen. Dazu ist dies im Messebereich mit seinen 3 Delementen schwierig, da unüberschaubare Räume entstehen können, die einer guten Ausleuchtung bedürfen. Der Messeplatz ist mit seinen Grünhügeln aufwendiger in der Realisierung. Auch die Haltung von Wildschweinen, wie vorgeschlagen, ist schwierig. Der Park wird in den weiteren Entwicklungsstufen zurückgebaut und verschwindet leider bis auf wenige unscheinbare Elemente. Alles in allem stellt die Arbeit eine eigenständige Lösung der gestellten Aufgaben dar, deren Skulpturalität in Teilen überzogen erscheint. Die Preise und Anerkennungen werden gemäß Auslobung wie folgt honoriert: 1. Preis 24.500 EUR zzgl. Mwst. 2. Preis 17.500 EUR zzgl. Mwst. 3. Preis 14.000 EUR zzgl. Mwst. 2 Anerkennungen je 7.000 EUR zzgl. Mwst. Das Preisgericht hat der Ausloberin empfohlen, den ersten Preis dem Entwurf entsprechend zu realisieren. Das Preisgericht setzte sich wie folgt zusammen: Fachpreisrichter/innen:
Stellvertretende Fachpreisrichterin
Sachpreisrichter/innen:
Landesrat Reinhard Elzer, Rheinische Versorgungskassen Stellvertretende Sachpreisrichter/innen:
Sachverständige Berater/innen (ohne Stimmrecht):
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![]() [+] ![]() [+] 1. Preis Arbeitsgemeinschaft Ulrike Böhm, Böhm Benfer Zahiri Landschaft & Städtebau, Berlin mit Marcus Wilhelm, Architekt, Kassel ![]() [+] ![]() [+] 2. Preis Arbeitsgemeinschaft Gabriele G. Kiefer, Büro Kiefer Landschaftsarchitektur, Berlin mit Anna Viader Soler, Architektin, Berlin, und Formfinderin Astrid Bornheim, Berlin ![]() [+] ![]() [+] 3. Preis Arbeitsgemeinschaft Timo Herrmann, bbz landschaftsarchitekten, Berlin mit Philipp Koch, atelier pk, Berlin ![]() [+] Anerkennung: Arbeitsgemeinschaft Landschaftsarchitekt: Prof. Jürgen Weidinger, Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin Architekt: Martin Sauerzapfe, Sauerzapfe Architekten, Berlin ![]() [+] Anerkennung: Arbeitsgemeinschaft Landschaftsarchitekt: Martin Rein-Caro, Topotek 1 GmbH, Berlin Architekt: Gernot Schulz, gernot schulz : architektur, Köln |
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