|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Aus einem Gewinner werden zwei oder wie Mut belohnt wird | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
01.05.2009 An Wettbewerben teilzunehmen bedeutet oft, die Erfahrung zu machen, sich gegen viele Mitstreiter durchsetzen zu müssen und schlussendlich kein Erfolgserlebnis verbuchen zu können. Dass es auch ganz anders sein kann, zeigt sich am Beispiel von Veronika Howe, einer ehemaligen Studentin der FH Köln, Fakultät für Architektur. Sie belegte bei ihrer ersten Wettbewerbsteilnahme als Absolventin den zweiten Platz. Veronika Howe beendete ihr Studium im Sommersemester 2008. Ihr Diplom machte sie im Institut für Städtebau und Raumplanung, mit vorhergehendem Hauptstudium im selbigen Schwerpunkt. Thema ihre Arbeit war "ENCI/AINSI, Maastricht (NL) - Nachnutzung einer industriellen Großstruktur im kulturhistorischen Landschaftsraums", welches von den Professoren Jürgen von Brandt und Marian Dutzcak betreut wurde. Anschließend setzte sie ihre Mitarbeit in einem Büro fort, in welchem Sie bereits während ihrer Studien- und Diplomzeit tätig war. Über das Studium hinaus In der Regel endet der Kontakt zur Hochschule mit der Vergabe des Diplomzeugnisses. Dass die meist jahrelange Zusammenarbeit von Professoren und Studierenden jedoch durchaus darüber hinaus bestehen bleiben kann, zeigt sich hier. Denn für den eingeladenen einstufigen und anonymen Ideenwettbewerb für ausgewählte Postgraduierte der Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen des Landes NRW wurde Veronika Howe von ihrem ehemaligen Professor Jürgen von Brandt vorgeschlagen und daraufhin vom Auslober eingeladen. Bei dem von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW ausgelobten Wettbewerb "Osttor zur Innenstadt Münster - Gestaltung eine Stadtraums", belegte sie nun, ein Jahr nach Verlassen der Hochschule, den zweiten Platz. Aufgabe und Lösungen Aufgabe des Wettbewerbes war in erster Linie die Verbesserung der Aufenthaltsqualität unter Berücksichtigung verschiedener Punkte, wie die Beibehaltung der Verkehrsführung und der Vorgaben des Denkmalpflege- und Grünflächenamtes. Aber auch die Einwände von Seiten verschiedener Anlieger, zu denen die NRW Bank und die Evangelische Kirche gehören, waren von Belang. Zusammengefasst beschreibt Veronika Howe ihre geplanten Maßnahmen als ein "Aufräumen" der Stadt. Hierfür werden die vier Arten von Stadträumen, die das Plangebiet umfasst - die mittelalterliche Kernstadt, der Grünraum auf der ehemaligen Stadtbefestigung, die Übergangszone von Altstadt zu Neustadt und die Neustadt/Gartenstadt - wieder mit ihren typischen Qualitäten und Merkmalen ausgestattet und eindeutig erkennbar gestaltet. Zusätzlich "vervollständigen eine Reihe von Solitären und eine Freiraumfolge einen Stadtkörper, sorgen für Aufenthaltsqualität in einem hochfrequentierten Verkehrsraum und integrieren die denkmalgeschützte Erlöserkirche." Bei Betrachtung des Plangebietes wird deutlich, dass das schmale Insel-Grundstück auf diese Weise als östlicher Anlieger an die historische Ringanlage Münsters, die um den mittelalterlichen Stadtkern liegt, anschließt und so ein Bezug zum Schloss im Westen und zur Gesamtstadt hergestellt wird. Für Veronika Howe bedeutet die Belegung des zweiten Platzes "das Beste, was ich erreichen konnte". Denn ihr Entwurf beinhaltet einen tieferen Eingriff - den Abriss und Neubau eines Familienzentrums - der aus ihrer Sicht "aus ökonomischen, ökologischen und stadträumlichen Gründen" zwar notwendig, aber vom Auslober nicht vorgesehen war. Parallel zu diesem Ansatz sei aber auch zu prüfen, ob eine Sanierung oder ein Umbau des Gebäudes sinnvoll sein könnte. Denn das Konzept könnte auch in der Überarbeitung mit einem weniger starken Eingriff funktionieren. Mut zahlt sich aus Dies zeigt, dass Mut belohnt wird und neue, nicht vorgesehene Eingriffe mit entsprechender Grundlage Anerkennung finden. Schließlich waren für den Wettbewerb ursprünglich ein erster Preis und eine Anerkennung für den zweiten und dritten Platz vorgesehen. Doch ihr Entwurf überzeugt die Jury, so dass zusätzlich ein zweiter Preis vergeben und mit dem gleichen Preisgeld entlohnt wird wie der erstplatzierte Entwurf. Und nicht nur das: Auch bei der Eröffnung der anschließenden Ausstellung wird betont, dass für die weitere Bearbeitung im Stadtplanungsamt beide Gewinnerarbeiten hinzugezogen werden. Aber nicht nur die eingereichten Leistungen verdienen Anerkennung, wenn man bedenkt, dass Veronika Howe während des Bearbeitungszeitraumes von zwei Monaten aufgrund ihrer Bürotätigkeit lediglich am Wochenende Zeit blieb, sich dem Wettbewerb zu widmen. Doch welche Bedeutung kann ein gewonnener Wettbewerb für die zukünftige Arbeit als Architektin und Stadtplanerin haben? Ziel der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung NRW, kurz DASL NRW, ist es, mit einem solchen Wettbewerb Absolventen bei ihrem erfolgreichen Berufseinstieg zu unterstützen und zu fördern. Dies ist in diesem Falle gelungen und darüber, sagt Veronika Howe, sei sie sehr dankbar. Im April dieses Jahres ergab sich für sie der Wechsel in ein neues Büro mit dem Schwerpunkt Architektur und Städtebau. Hier arbeitet sie zurzeit bereits an ihrem nächsten städtebaulichen Wettbewerb. Und die gesammelten Erfahrungen mit Aufgabenstellung, Preisgericht und Presse fließen mit ein. Für Veronika Howe bedeutet ihre erfolgreiche Teilnahme aber vor allem eine Weiterentwicklung in der eigenen Arbeitsweise. Und, so sagt sie, eine Ermutigung weiterhin analytisch und konsequent zu planen und nicht nur im Hochbau sondern auch im Städtebau tätig zu sein. Kathrin Seifert > Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung > Randbemerkungen zu Diplomaufgaben und Diplomarbeiten der FH Köln 2008 |
![]() [+] Die Topografie der Innenstadt von Münster mit dem östlich gelegenen Planungsgebiet ![]() [+] Das Konzept in der grafischen Darstellung ![]() [+] Die vier, das Planungsgebiet umfassenden Stadträume und die jeweiligen Maßnahmen ![]() [+] Die räumliche Darstellung zeigt, wie der städtebauliche Entwurf sich einfügt. ![]() [+] Der Entwurf des Planungsgebietes im Gesamten ![]() [+] Der Entwurf im Detail Abbildungen: ©Veronika Howe |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kommentare |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Druckvorschau | Seite empfehlen | © 2012 koelnarchitektur.de | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||