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Forschung an der Fakultät: "Corporate Architecture"
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25.11.2008
Wer forscht an der Fakultät? Die A:JUGEND berichtet über Zusammenhänge, Inhalte und Ziele des Forschungsschwerpunktes "Corporate Architecture".

Forschung im Allgemeinen und Speziellen

Obwohl Fachhochschulen ursprünglich als reine Lehreinrichtungen konzipiert und die Forschung in den Hochschulgesetzen nicht vorgesehen war, hat dies seit den 90er Jahren eine starke Wende genommen. Seit mehreren Jahren ist der Forschungsauftrag für Fachhochschulen in den Hochschulgesetzen fest verankert und aufgrund ihres anwendungsorientierten wissenschaftlichen Ansatzes sind Fachhochschulen als Forschungspartner in den vergangenen Jahren auf dem Markt sehr gefragt.
Generell sind die Hochschulen mit der Einführung des Masterstudienganges dazu verpflichtet die Studierenden bewusst in ihre Forschungsprojekte einzubinden, da der Masterabschluss mit wissenschaftlichen Projekten gekoppelt sein muss. Die Fakultät für Architektur der Fachhochschule Köln befasst sich seit mehreren Jahren mit dem Thema Forschen, zunehmend intensiviert durch die Entstehung einzelner Forschungsschwerpunkte und damit zusammenhängend diversen Forschungsprojekten.
Bis dato werden die sich bereits in Arbeit befindlichen Forschungsprojekte ausschließlich von wissenschaftlichen Mitarbeitern betreut. Da die Fakultät im Sommersemester 2008 mit den Masterstudiengängen begonnen hat, ist der zukünftige Einbezug der Studierenden nur eine Frage der Zeit.
Die A:JUGEND wird zukünftig gezielt Forschungsschwerpunkte und deren Forschungsprojekte vorstellen und über sie informieren.

Auftritt eines Forschungsschwerpunktes

Das Forschungsprojekt „virtuelles Museum // Kölner Sport“ im Forschungsschwerpunkt Corporate Architecture wird seitens der Fakultät für Architektur von Professor Siegemund betreut und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Lena Hocke bearbeitet.

Forschungsschwerpunkt „Corporate Architecture“

Der Forschungsschwerpunkt Corporate Architecture ist eine Einrichtung der Fakultät für Architektur und bietet eine Plattform für die interdisziplinäre Zusammenarbeit einer Gruppe von Forschern und Professoren aus momentan drei Fakultäten der Fachhochschule Köln und deren Instituten: Design, Soziologie und Architektur.
Innerhalb des Forschungsschwerpunktes werden Profile und Themen ausgearbeitet um eine Richtung vorzugeben, unter der gearbeitet werden soll. Die Forschungsvorschläge werden in einer Art Akkreditierung im Schwerpunkt ausgewählt und werden anschließend wie ein Produkt unter einem Namen auf den Markt gebracht. Der Forschungsschwerpunkt hat für die Hochschule drei wichtige Aufgaben. Zum einen das Anbieten von Forschungsvorschlägen an Externe wie zum Beispiel aus der Industrie, zum anderen die Pflicht des Forschungsangebotes für den Masterstudiengang. Des Weiteren existieren hochschulinterne Forschungsprojekte, die ausschließlich von wissenschaftlichen Mitarbeitern bearbeitet werden.
Der Forschungsschwerpunkt hat das Ziel über Förderungen und Drittmittelaquise mit Kooperations- und Industriepartnern Entwicklungsvorhaben zu realisieren und die wissenschaftliche Kompetenz der Hochschule sicher zu stellen. So entstehen Arbeitsplätze für wissenschaftliche Mitarbeiter- meist Absolventen der Fachhochschule- die sich durch Studienarbeiten mit Praxisbezug qualifiziert haben.
Die noch junge Forschung muss durch externe Finanzierungen gewährleistet werden. Zu den finanzierenden Firmen knüpft die Fakultät auf unterschiedlichen Wegen Kontakt:
Entweder wird der Forschungsauftrag von einer entsprechenden Firma gestellt und durch sie unterstützt oder die Fachhochschule macht fachbezogene Unternehmen ausfindig um eine Zusammenarbeit zu ermöglichen. Ersteres ist in der Praxis bis dato üblicher.
Noch befindet sich der Forschungsschwerpunkt im Aufbau, dennoch wird das Ziel angestrebt, unter einem „Dachthema“ mit den unterschiedlichsten fachhochschulischen Einrichtungen fundierte Forschungsergebnisse liefern zu können.

Forschungsprojekt „virtuelles Museum // Kölner Sport“

Die Idee für das 2008 begonnene Forschungsprojekt „virtuelles Museum // Kölner Sport“ ist durch den Verein Kölner Sportgeschichte entstanden, da es dort ein großes- jedoch ungenutztes- Archiv zum Thema Kölner Sportgeschichte gibt. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es nicht realistisch für diese Anzahl an Exponaten ein Museum zu bauen. Der Wunsch des Vereines, die Exponate in einer anderen Form auszustellen, war der Grundstein des Forschungsprojektes. Inhalte und Geschichte des Kölner Sports sollen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Neben Jochen Siegemund und Lena Hocke betreut Dr. Gabi Langen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der deutschen Sporthochschule, das Projekt. Das Team durch Horst Pohlmann von der Fakultät für Sozialwissenschaften und Christian Noss von der Fakultät für Informatik unterstützt.
Bis 2010 wird das Projekt finanziell von der RheinEnergieStiftung Jugend/Beruf, Wissenschaft gefördert, die somit die benötigte Mitarbeiterkapazität ermöglicht.
Während des ersten halben Jahres wurden Verlauf und Umfang des Projektes erarbeitet, um eine genaue Einschätzung für die insgesamt benötigte Bearbeitungszeit zu erlangen. Die angesetzten zwei Jahre werden voraussichtlich für das Konzept und dessen Umsetzung nicht ausreichen.

Wie oben erwähnt sollen die Exponate in einem anderen musealen Ausstellungskonzept erscheinen als in einer konventionellen Ausstellung. Es ist geplant das archivierte Material über das Internet an die Öffentlichkeit zu bringen. Schnittstellen zu dem „realen Köln“ spielen eine wichtige Rolle und sollen im Stadtbild entstehen. Denn das Ziel des Forschungsprojektes ist es nicht die Menschen zu Hause an den Computer zu binden, sondern sie zu mobilisieren und ihr Interesse zu wecken. Des Weiteren sollen sich Kölner Bürger zunehmend mit ihrer Stadt identifizieren.
Stattdessen wird beabsichtigt, den Besuchern in jeglicher Art Zugang zur Kölner Sportgeschichte zu ermöglichen. Vorstellbar sind mediale Info-Stationen, an denen Informationen nachgelesen oder sogar auf das Handy übertragen werden können. Auch eine temporäre Architektur für diverse Exponate an einem für das Thema ausgesuchten Ort könnte entstehen.
Derzeit wird ein konzeptioneller Prototyp erarbeitet, eine Art Probelauf für einen temporären, realen Raum im Sportpark Müngersdorf, um die Sportgeschichte nicht nur virtuell, sondern real zu erleben. Temporär im Sinne von: Er kann wandern, muss es aber nicht. Denkbar wären zahlreiche kleine Stationen, die im Stadtraum Köln verteilt vorzufinden sind.
Der Sportpark Müngersdorf dient in diesem Fall als beispielhaftes Szenario. Das Projekt kann in dieser konkreten Situation umgesetzt, weiterentwickelt und verfeinert werden.


Silja Schöttler
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Fotograf: Silja Schöttler

 

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