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Von der Planung zur Realität - Teil 1 In der Werkstatt
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04.09.2008
Nach der abenteuerlichen Lieferung der Hochseecontainer zu ihrer Zwischenstation - der Werkstatt von "Jack in the Box" - wird aus dem groben Transportbehältnis ein Stück Architektur.

Die Verwandlung der vier Container zu studentischen Arbeitsräumen schreitet voran - und die Mitarbeiter des Vereins "Jack in the Box" stellen sich schwierigen Aufgaben: Weil mit einem einzelnen Container mit einer Breite von 2,44 Metern nur schwer das Ziel verfolgt werden kann großzügige studentische Arbeitsräume zu entwickeln, beschloss das Entwurfsteam, bestehend aus Studierenden und den wissenschaftlichen Mitarbeitern Andrea Dung und Bernd Ullrich, zwei Container zu einem großen Raum zu vereinen. Das geschieht indem jeweils eine Längsseite aus jedem Hochseecontainer herausgetrennt wird. Gestapelt auf zwei Geschossen soll je ein großer Arbeitsraum entstehen, der temporär auch für Präsentationen und Ausstellungen genutzt werden kann. Belichtet und erschlossen werden die Räume vor Kopf.
Auf diese entwerferischen Überlegungen folgen eine Menge statische Berechnungen. Das Entwurfsteam, unterstützt von Michael Schütz, Professor für Tragwerkslehre, schreckt weder vor statischen Herausforderungen noch vor großem planerischen Aufwand zurück - und aus der Planung wird Realität.

Baukonstruktion wie sie im Buche steht

Zunächst ersetzen die Mitarbeiter von Jack in the Box die Kurzseite eines Containers durch einen Rahmen aus U-Profilen, um die Belichtung zu gewährleisten. Dieser muss die tragende Funktion nach dem Heraustrennen des Trapezblechs übernehmen. Für diesen Arbeitsschritt ist es notwendig die Stirnseite abzuspannen, andernfalls würde sich der Container winden.
Nun zu den Längsseiten. Da der Container seine Stabilität einbüßen würde, wenn eine der Längsseiten ohne weitere Maßnahmen entfernt würde, ist ein statischer Umweg erforderlich. Zwei Stützen, jeweils bestehend aus vier L-Profilen, sollen in Zukunft das Fehlen der Längswände kompensieren. Erst nachdem diese Stützen montiert wurden, kann jeder Container eine Längswand entbehren.
Nach diesem aufwendigen Unterfangen kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Um bauphysikalische Schäden zu verhindern entsteht im Inneren des Containers eine zweite Hülle, welche die dämmenden und dichtenden Eigenschaften übernimmt während die Containerwände die Lasten aufnehmen. Baukonstruktion wie sie im Buche steht. Zwischen den beiden Schichten beugt eine Hinterlüftung Feuchteschäden vor. Die dichtende und dämmende Schicht wird mit Sperrholzplatten verkleidet. Dieses Prinzip einer hinterlüfteten Konstruktion wird sowohl auf die Decken- wie auch die Wandelemente angewendet. Erstere werden weiß, Zweitere grün gestrichen und mit einer horizontalen Lattung versehen, die als Befestigung des modularen Möbelsystems dienen wird.

Es wird ernst

Damit die Arbeitsräume von außen als solche erkennbar werden, bekommen sie einen neuen Anstrich: Die drei grünen und der eine orangene Container präsentieren sich jetzt in einem dezenten Anthrazit versehen mit dem weißen Fakultätslogo und warten auf die letzte Etappe ihrer langen Reise.
Mit dem Ziel Final Destination: Campus FH Köln sollen die studentischen Arbeitsräume im Rahmen der plan08 am 23.09.2008 eröffnet werden.
Doch noch ist die Baustelle an der Fakultät bestimmt durch ein geschäftiges Treiben - das Team muss sich noch einigen Herausforderungen stellen. Über die letzten großen Schritte auf dem Weg zum Arbeitsraum und den Feinschliff der Hochseecontainer wird die A:JUGEND nächste Woche berichten.


Franziska Tokarski
Stephanie Ludwig



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[+] In einem dezenten Anthrazit werden sich die Container der Studentenschaft präsentieren

Fotografien: ©FH Köln, Jack in the Box

 

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