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Rhein-Melancholie | ||||||
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Der FrauenMediaTurm am Rheinauhafen Der Sucher denkt: „Ebenso wie andere Berufe so hat auch meiner keinen Namen, nur ein Bezeichnung. Namen wie Thomas oder Brigitte sind bei Berufen nicht üblich. Das sind Namen, die vielleicht irgendwann mal was, jedoch jetzt nur noch irgendwen bezeichneten. Namen die „wen“ bezeichnen sind andere als jene die „was“ bezeichnen. Ein Schuh bezeichnet etwas zum Anziehen. Aber warum heißt das, was man sich über den Fuß zieht (aber keine Socke ist) Schuh, oder das Bein, Bein? Denn die wenigsten Worte erklären sich wirklich und ebenso wenig wie sich Worte erklären, ebenso wenig erklären sich Orte. Ist ohne dies fast das gleiche. Was macht schon ein W mehr oder ehniger. Es gibt Sprachen, die brauchen es gar nicht. Warum bin ich der Sucher, der Finder aber ist der Dieter? Gibt es Länder, in denen es keine Türme gibt?“ [?] 360 Grad Panorama im FrauenMediaTurm Das Land in dem der Sucher lebte, war kein solches. Nach seiner Einschätzung war es vielleicht auch gar kein Land. Er hatte jedenfalls immer nur von Landesgrenzen gelesen, in Texten die in Bücher oder auf Schilder gedruckt worden waren. Gesehen hatte er an den Orten aber nur Zäune und vermutlich Türme. Denn er wusste einfach nicht, was ein Turm ist. Er wusste nur, was kein Turm ist. „Auch nur ein k unterschied.“ Aber da er an einem Orte lebte, an dem es Ka’s gab, war dieser Unterschied zu beachten. Und so stand er einmal wieder vor etwas. Es war am Wasser gebaut und irgendwie das Ende oder der Anfang einer Art Wand, die bevor es sie nicht mehr gab, den Ort, der Köln genannt wurde, vor dem Außen oder das Außen vor der Stadt beschützt hatte. Während der bereits hinzugezogene Finder mit Bestimmtheit von etwas sprach, das er „Turm“ nannte, beschrieb der Sucher, der bereits das Ding von Innen betrachtet hatte, einen Ort, an dem Papiere aufbewahrt wurden und auf denen Dinge über Frauen standen. Er sprach von einem großen Fenster, das einzig den Blick nach oben erlaube, in einen Himmel, der fast nie blau war oder in eine wohl kaum als dunkel zu bezeichnende Nacht, die oft genauso grün wirkte, wie das Wasser, was immerzu links daran vorbeifließt und einem Fluss gehört, der oft Rhein genannt wird. Ein Ort der Melancholie also. „Der Melancholie?“ fragte der Finder, „der Melancholie,“ seufzte der Sucher, der infolge der Wiederholung dieses sentimentalen Terminus ein wenig geschrumpft war. Die Ergriffenheit des zunehmend kleiner werdenden Freundes interessierte diesen Dieter sehr und er entscheid sich entgegen seiner Gewohnheiten einen einmal erkannten Turm nicht zu betreten – da das weder seine Aufgabe noch sein Hobby sei. Eine Treppe, die aus Hühnerfedern gefertigt war, führte den Leichtfüßigen herauf aus den Bereichen der ehemals Inhaftierten, deren Stimmen noch immer in den Fundamenten steckten. „Solche Stimmen sind manchmal hartnäckiger als vergessener Taubenkot,“ dachte er. Irgendwann, so gegen Ende des aufzugverachtenden Aufstiegs fühlte sich der Schwitzende zunehmend beobachtet. Als Finder jedoch steht er gern im Mittelpunkt. Er schien, ob des Gefühls sogar einige Zentimeter zu wachsen. Eine Frau, die er nicht kannte und über die vielleicht etwas auf den Papieren vermerkt war, die der Sucher erwähnte, bevor er fortschrumpfte, erklärte ihm, dass dieses Gefühl von dem großen Fenster herrühre, das jemand schlau als Himmelsauge bezeichnet hatte. Dieter, der Augen außerhalb von Lebewesen nur auf Suppen kannte und schon gar keines im Himmel erwartet hatte, schwoll ob derartig umfassender Beachtung die Brust und er merkte wie ihm die Halle langsam zu eng wurde. Zum Glück des nun sprunghaft Wachsenden erwies sich das Glas als recht durchlässig und es gelang ihm, sich vorsichtig durch die geschlossene Öffnung ins Freie zu schieben, um sodann so groß zu werden, dass ihn niemand mehr wahrnahm. Jens Christian Brand Aufschreiber [?] 360 Grad Panorama im FrauenMediaTurm |
![]() ![]() Ein Finder und ein Sucher machen sich auf den Weg zu sieben Kölner Türmen. Neben den eigentlichen Orten suchen und finden sie Spuren des Absurden und entwerfen ganz nebenbei ein sehr persönliches Stadtbild. FrauenMediaTurm KölnTurm Hansa-Hochhaus Helenenturm Jahn-Turm Flughafentower BacksteinTurm ![]() [+] Glaspyramide über über dem Treppenauge |
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Zum FrauenMediaTurm im Architekturführer /// |
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