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Rheinkilometer 688, 6 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der Fernwärmetunnel zwischen Innenstadt und Deutz Wie wir aus Märchen und Sagen wissen, kommt dem Weg in die Unterwelt eine besondere, symbolische Bedeutung zu. Dies gilt auch für die Unterwelt des Rheins. Der Weg in dieses Dunkel wird jedoch nicht wie im klassischen Heldenepos von einem Ungeheuer, sondern von einer hochwassergesicherten Tür bewacht, die es zuerst einmal zu bezwingen gilt. Wie eine unproportionale Litfasssäule, unscheinbar und unbedeutend lukt allein der Einstieg am Rheinufer aus dem Boden hervor. Hat man die achtfach gesicherte Tür passiert, geht es einen schwindelerregenden 25 Meter tiefen Betonschacht hinab. Doch keine mystischen Lichtreflexe begleiten auf der offen eingestellten Stahlkonstruktionstreppe den Weg nach unten, sondern 1.000 Lux in Neonröhrenform. In der Tiefe angekommen erschließt sich das wahre Ausmaß dieser Fußgängerunterführung der besonderen Art. Man taucht ein in einen begehbaren Tunnel, der vier bis sechs Meter unterhalb der Rheinsohle das Fernwärmenetz der Innenstadt mit dem in Deutz verbindet. [?] 360 Grad Panorama, Ferwärmetunnel In der Horizontalen öffnet sich ein schier endlos langer, futuristisch anmutender Sichtbetontunnel: drei Meter im Durchmesser und 461 Meter lang. Vor- und Rücklaufrohre der Heizwasserleitungen begleiten geheimnisvoll knackend den Stahlgitter-Laufsteg, der auf die andere Rheinseite führt. Kein Tageslicht, kein Handyempfang. Versorgungssystemen dieser Art wohnt an sich eine gewisse Tristesse inne - jedoch verleiht das Stakkato aneinander gereihter opak schimmernder Leuchtstoffröhren dem Durchgang eine fast magische Dimension, deren beklemmende Faszination gleichzeitig auch seine Attraktion ausmacht. Dabei ist der Weg das Ziel, denn drüben angekommen geht’s den gleichen Weg zurück. Noch immer, auch 30 Jahre nach seiner Errichtung, gilt der Fernwärmetunnel unterhalb des Rheins als technische Pionierleistung. Und es ist gerade die Authentizität des Technischen, die dem Ort seine eigentümliche Intensität verleiht. 1984 begannen die damaligen Gas- und Elektrizitätswerke (GEW) mit dem Bau des Fernwärmetunnels unterhalb des Rheins, um in Deutz 5000 neue Haushalte an das Fernwärmenetz der Innenstadt anzuschließen. Zunächst wurde an beiden Tunnelenden ein jeweils 25 Meter tiefen Betonschacht ausgehoben. Hier befinden sich heute Auf- und Abgang in den Tunnel. Dann konnte das Kernstück der bautechnischen Anlage, eine 64 Tonnen schwere Vortriebsanlage mit einem fünfarmigen Schneidrad, in den Schacht hinabgelassen und montiert werden. Ein riesiges Bohrschild mit einem Durchmesser von dreieinhalb Metern fräste sich wie eine Raupe, Stück für Stück nach vorne und räumte allen Bauschutt ab, der im Weg war. Da fand sich manch historischer Stein und auch Eisenträger der früheren, im Krieg zerstörten und nach dem Krieg gesprengten Hohenzollernbrücke. Der dickste Brocken wog über sieben Zentner. Nummeriert sind einige der kuriosesten Funde im benachbarten Ausstellungsraum zu bewundern. Von hier führt auch der Weg aus dem Untergrund wieder ins reale Leben. Der Fernwärmetunnel ist nicht öffentlich zugänglich. Anfragen zur Besichtigung können an die GEW RheinEnergie AG gestellt werden. Barbara Schlei Architektin und Redakteurin des Internetportals koelnarchitektur.de [?] 360 Grad Panorama, Ferwärmetunnel |
![]() ![]() Der Kölner Untergrund ist voll von feinen Bunkern, Haifischbecken, Sagopagen und Versorgungsschächten. Keller sind bergende und schützende Räume, konservieren Geschichte und Geschichten und bestimmen einen großen Teil des Mikroorganismus einer Großstadt. Domschatzkammer St. Severin Universitätsbibliothek Filmhaus Luftschutzkeller Tiefgarage Fernwärmetunnel Wasserspeicher ![]() [+] Eingang und... ![]() [+] ... Blick in den 25 Meter tiefen Betonschacht auf der Deutzer Seite |
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