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St. Maximin, Trier
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  Doppelnutzung in historischer Umgebung
  [>] Einblick in die Vergangenheit
  [>] Kirche mit wechselvoller Geschichte
kirchen maximin tor
[+] Der Sportplatz neben St. Maximin.
Foto: Vera Lisakowski


Wenn die Schüler der privaten Hauptschule St. Maximin in Trier in ihrer Sporthalle Fußball oder Basketball spielen, turnen sie den Vorvätern im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Kopf herum. Unter dem Hallenboden liegt ein riesiges Gräberfeld mit etwa 1000 Sarkophagen. Und die Sporthalle selbst ist eine dreischiffige Basilika mit einer langen und wechselvollen Geschichte: Vom christlichen Grabgebäude im 4. Jahrhundert n. Chr. bis zur Kaserne vor dem Ersten Weltkrieg, für die viergeschossige Einbauten im Kircheninneren entstanden. Nach einer Phase des Leerstandes und einer schulischen Nutzung der Kaserneneinbauten begann man 1976 erneut zu überlegen, was mit dem Gebäude geschehen soll.

Gewaltige Halle

Bereits 1976 wurden erste Sicherungsmaßnahmen eingeleitet und die Kaserneneinbauten abgebrochen. 1982 bekam man wieder einen Eindruck davon, wie der Bau vor 300 Jahren ausgesehen haben musste. Eine gewaltige Halle, wie sie 1698 von dem Baumeister Franz Nisius Kuckeisen errichtet wurde. Auch die barocken Fenster des damaligen Kirchengebäudes wurden in einer aufwändigen "Puzzlearbeit" rekonstruiert.
1988/89 schrieb das Bistum einen beschränkten Wettbewerb zur Klärung der bis dahin diskutierten Nutzungsideen aus. Zwei der fünf eingeladenen Architekturbüros hielten den Innenraum der Kirche komplett von Einbauten frei, mit ihnen wurde zur Weiterentwicklung der Entwürfe eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Dieter Georg Baumewerd aus Münster und Gottfried Böhm aus Köln arbeiteten in den folgenden sechs Jahren mit dem Trierer Diözesanarchitekten Alois Peitz zusammen.

Sport und Kultur
Ursprünglich wollten die Auftraggeber Kultur- und Sportnutzung im Kircheraum trennen, doch der Raumeindruck der von allen Einbauten befreiten Kirche machte klar, dass hier keine neuen Einbauten entstehen dürfen. Die aus dem Wettbewerb entstandene Lösung lautet: bewegliche Vorhänge. Oberhalb der Jochbögen wurden Schienen mit Abstand vom Mauerwerk angebracht, eine Konstruktion die möglichst wenig in die Originalsubstanz eingreift, also prinzipiell reversibel ist. Auf diesen Schienen laufen Traversen, an denen Netze und theatralisch geraffte Vorhänge befestigt sind. Sie unterteilen die Sportfelder, dienen als Bühnenvorhang oder verbessern die Akustik.

Ebenfalls zur Verbesserung der Akustik wurde ein Akustikputz aufgetragen, der die Nachhallzeit in der Kirche von sieben auf zwei Sekunden reduziert. Er kann ohne Beschädigung des ursprünglichen Putzes wieder abgeschlagen werden und da in der Kirche keine Wandmalereien vorhanden waren, wird das optische Gesamtbild durch den Putz nicht beeinträchtigt.

Objekt-Daten
Typ Kirchliche Bauten
Forschung & Bildung
Eigentümer Bistum Trier
Str. Maximinstr. 18 b
Stadt 54292 Trier
Baujahr 1698 (urspr. 4. Jh.)
Bauherr Katholische Kirche
Architekt Franz Nisius Kuckeisen
Umbau 1995
Bauherr Bistum Trier
Architekt Alois Peitz, Dieter Georg Baumewerd, Gottfried Böhm
Besichtigung auf Anfrage
Telefon 0651 - 7105255

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kirchen maximin innen 2
[+] St. Maximin mit Bestuhlung.
Foto: Alois Peitz


kirchen maximin egk
[+] Konzertbestuhlung im EG.
Zeichnung: Alois Peitz


kirchen maximin innen 3
[+] Die Netze und Vorhänge trennen im Sportbetrieb die Spielfelder.
Foto: Vera Lisakowski


kirchen maximin egs
[+] Sportnutzung im EG.
Zeichnung: Alois Peitz


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